Kinder und Jugendliche sind in ihrer körperlichen Gesundheit durch Corona kaum bedroht, aber die anhaltenden und sich nun wieder verschärfenden Massnahmen beeinträchtigen ihr psychisches und soziales Wohlbefinden deutlich. «Junge Menschen fühlen sich häufiger unglücklich», stellen Studien des Bundes fest. Die Angebote der Offenen Kinder- und Jugendarbeit leisten einen wesentlichen Beitrag dazu dies abzufedern – auch zum Nutzen des sozialen Zusammenhalts der gesamten Schweizer Bevölkerung. Sie fördert weiter die Solidarität der jungen Menschen, die viel zur Bewältigung der Pandemie beiträgt. Deshalb ist es wichtig, dass diese Angebote der non-formalen Bildung nicht nur offen bleiben, sondern von den Gemeinden gar gestärkt werden.
Anlässlich des heutigen nationalen Aktionstags zu psychischer Gesundheit und Corona hat der Dachverband Offene Kinder- und Jugendarbeit Schweiz (DOJ/AFAJ) ein Positionierungspapier verfasst. Es informiert über die OKJA und ihre Bedeutung für die Schweizer Gesellschaft in der Corona-Krise.
Sinnvolle Freizeitbeschäftigung für Jugendliche ab 12 Jahren. Das Bedürfnis nach Gesellschaftsspielen ist bei den Jugendlichen vorhanden. Aufgrund der Abstandsregel sind Brettspiele kaum möglich. Among Us! bietet ein virtuelles Gesellschaftsspiel, wobei die Realität respektive die für das Spiel notwendigen Diskussionen (ähnlich wie beim Werwolf-Spiel) in Real Life stattfinden. Der Abstand kann dadurch eingehalten werden, da die Teilnehmenden ihre eigenen Geräte benutzen.
Das Spiel Among Us! kann kostenlos im AppStore heruntergeladen werden. Um das Spiel jedoch spielen zu können, müssen die Geräte stets mit dem Internet verbunden sein. Im Spiel können bestehende Räume beigetreten werden oder man kreiert einen eigenen privaten Raum, welchen man nur mit einem Code beitreten kann. Am Spiel können 4 bis 10 Personen gleichzeitig teilnehmen. Im Spiel werden die Spieler*innen zufällig in „crewmates“ und „impostors“ aufgeteilt. Das Ziel der „impostors“ (=Mörder) ist es, die „crewmates“ auszulöschen, ohne dabei ertappt zu werden. Die „crewmates“ müssen „tasks“ (=kleine Aufgaben) lösen. Erst wenn alle „tasks“ erledigt wurden, haben die „crewmates“ gewonnen. Falls ein „crewmate“ eine Leiche gefunden hat, können alle Spieler*innen diskutieren, wer der „impostor“ sein könnte. Die „crewmates, welche umgebracht wurden, dürfen nicht an den Diskussionen teilnehmen, da sie wissen, wer die „impostors“ sind. Die „impostors“ dürfen auch an der Diskussion teilnehmen und können durch geschicktes bluffen, die Diskussionen manipulieren. Nach der zeitlich eingeschränkten Diskussion wird abgestimmt. Wenn die „impsotors“ die meisten Stimmen erhalten haben, gewinnen die „crewmates“. Wenn jedoch ein „crewmate“ fälschlicherweise die meisten Stimmen erhalten hat, wird dieser aus dem Spiel entfernt und kann als Geist weiter seine Aufgaben erledigen, sich aber nicht mehr an Diskussionen beteiligen.
Eigen erstelltes FIFA-online-Turnier mit bis zu 8 Jugendlichen. Ein Spielplan muss analog erstellt werden und kann über mehrerer Spieltage dauern. Übertragung der Spiele auf Discord und Twitch möglich.
Es braucht:
- Playstation 4 mit online-Account für alle Teilnehmenden
- alle Teilnehmenden brauchen die selbe Version des Spiels «FIFA»
- ein Headset zur Kommunikation
- eine gute Internetverbindung
- Jugendliche
Zielpublikum:
Jugendliche ab 12 Jahren
Bemerkungen:
Kann auch mit anderen Games durchgeführt werden. Spiele können auf den Plattformen Twitch und/oder Discord gestreamt werden.
Während dem ersten Lockdown im Früjahr 2020 hat das jugendhaus phönix aesch gemeinsam mit der Schulsozialarbeit der Sek Aesch eine Plattform auf der Homepage des phönix aufgeschaltet. Darauf wurden Ideen vom phönix, der Schulsozialarbeit Sek Aesch wie auch von Jugendlichen gesammelt und in einem Kurzbeschrieb auf die genannte Plattform gestellt. Die Ideen sollten Jugendliche anregen, mit einer allfälligen Langeweile Zuhause kreativ und spassig umegehen zu können. Die Ideen wurden fortlaufend aktualisiert und einzelne Ideen herausgegriffen und auf dem phönix-Instagram-Profil beworben.
Zielpublikum: Jugendliche zwischen 12 und 20 Jahren.
Im März teilte uns die Katholische und Reformierte Kirche mit, dass die Nachfrage nach Nachbarschaftshilfen sehr gross ist. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden Einkäufe und Fahrdienste vom Verein „Therwil Vital“ übernommen. Nun standen die Freiwilligen selbst auf der Liste der Risikogruppe. Da wir das Jugendhaus schliessen mussten und Aufsuchende Arbeit noch nicht in Frage kam, übernahmen wir die Koordination zwischen den Freiwilligen und den Bedürftigen. Wir führten Telefonzeiten ein und suchten jeweils ein_e passende_r Freiwillige_r für den jeweiligen Bedarf eines Bedürftigen.
Zielpublikum:
Bei den Zielgruppen handelte es sich um 16 bis 80 Jährige. Therwil-hilft brachte Jung und Alt zusammen und machte neue Bekanntschaften.
Kontakt:
Lucia Travella – Praktikantin offene Kinder- und Jugendarbeit Therwil. (lucia.travella@therwil.ch)
Seit März ist die Beziehungsarbeit mit Jugendlichen in Innenräumen der Jugendarbeit schwierig geworden. Um weiterhin bestehende Kontakte zu pflegen haben wir zu zweit Jugendliche im Öffentlichen Raum aufgesucht und mit ihnen das Gespräch gesucht. Dank Beobachtung und Gesprächen mit Jugendlichen und Vernetzungspartnern haben wir dann die Routen und Zeiten der Rundgänge immer wieder angepasst. Viele Jugendliche waren sehr froh, sich mit uns in dieser belastenden Zeit auszutauschen. Ab Juni und der Öffnung des Jugendhaus haben wir die aufsuchende Tätigkeit wiedereingestellt.
Die rasche Umsetzung der aufsuchenden Jugendarbeit war nur dank vorhandenem Erfahrungswissen und Erfahrung der Mitarbeitenden möglich. Die Zusammenarbeit mit der Gemeindepolizei war sehr hilfreich und wertvoll.
«Biene Wachs Tüechli Workshop» für Kinder und die Eltern machen Pause. Weniger Plastik macht mehr Freude! Sonntag, 29.11.20020 14 bis 16 Uhr im Paradiso.
Der Fahrdienst von «Senioren für Senioren» wurde durch den Ausfall von vielen älteren Fahrern, fast lahmgelegt. Hier konnten wir einspringen. Unser Praktikant, ein geübter Fahrer, übernahm viele Fahrten und legte dabei ca. 500 km zurück.
Per Whatsapp und Insta wurden die Jugendlichen informiert, dass sie von der Jugendarbeit in der Woche vor Ostern ein “Päckli” mit Zutaten und Rezept um einen Osterhasen zu backen erhalten. Ihre Aufgabe war es den Osterhasen zu backen und ein Foto oder Filmli zu posten. Da wir auf grosses Interessen gestossen sind, haben wir eine weitere Aktion gestartet, die Jugendlichen erhielten diesmal Zutaten für einen alkoholfreien Drink zu mixen.
Die Jugendarbeit Dornach hat während des Lockdowns aufgrund Covid-19 fixe Zeiten eingerichtet, an welchen Online-Treffs per „Zoom“ stattfinden. Ziel davon war es, den Kontakt zu den Jugendlichen aufrechtzuerhalten, sei es, um gemeinsam zu quatschen, Spiele wie Montagsmaler zu spielen oder um die Jugendlichen bei ihren Themen zu unterstützen. Der Mittwochabend war dabei für alle Jugendlichen reserviert, welche Lust hatten. Der Sonntag Abend war für die Betriebsgruppe des Jugendtreffs reserviert, um auch weiter über Projektideen und Ideen rund um das Jugendhaus zu diskutieren.
Bemerkungen:
Viele Jugendliche schätzten es sehr, dass die Jugendarbeit nicht gänzlich von der Bildfläche verschwand und sie weiterhin Kolleginnen und Kollegen treffen konnten, wenn auch nur online. Hier gilt es jedoch zu beachten, dass vor allem Jugendliche vom Angebot Gebrauch machten, welche bereits im Kontakt mit der Jugendarbeit gewesen sind und wo bereits ein Beziehungsaufbau stattgefunden hatte.
Zusätzlich zu den beiden fixen Zeiten, boten wir den Jugendlichen immer wieder Einzelgespräche an, falls sie bei einem Thema Unterstützung oder Rat brauchen.
Mit dem Hauslieferdienst wird bezweckt, dass Personen, die in Dornach wohnen und zur Risikogruppe von Covid-19 gehören, mit Lebensmittel ihrer Wahl beliefert werden. Das Team der Jugendarbeit Dornach übernimmt dabei an zwei Morgen in der Woche telefonisch die Abnahme der Bestellungen und verteilt diese an Jugendliche des Jugendtreffs, die bei diesem Projekt mitwirken, weiter. Am Nachmittag des selben Tages gehen die Jugendlichen gemäss ihren zugeteilten Bestellungen einkaufen und liefern die Lebensmittel kontaktlos vor die Haustüre, bezahlt wurde Bar (im Couvert beispielsweise im Milchkasten) oder per Banküberweisung.
Knapp 200 Einkäufe haben Jugendliche und junge Erwachsene aus Dornach im Lockdown im Frühling ausgeliefert und dabei viel Dankbarkeit gespürt. Mit den steten Lockerungen hat sich der Bedarf an diesem Angebot reduziert und am letzen Mittwoch wurden die letzten Bestellungen entgegen genommen. Für die Jugendarbeit und die Jugendlichen war dieser Einsatz eine tolle Erfahrung und trotzdem sind wir froh, dass nun wieder Angebote und Aktivitäten mit und für Jugendliche möglich sind.
Zielpublikum:
Alle Personen in Dornach, welche aufgrund Covid-19 nicht das Haus verlassen können, wollen oder dürfen.
Indirekt hatte dieses Angebot natürlich einen direkten Einfluss auf die beteiligten Jugendlichen. Alltagskompetenzen konnten gestärkt und gefördert werden.
Bemerkungen:
Für die Bestellungen wurde ein Musterdokument angefügt (s.h. Beilage). Telefonisch wurde vereinbart, wie die Übergabe und die Bezahlung stattfinden. Beim Projektstart erhalten die beteiligten Jugendlichen ein Rucksäckchen mit einem „Starte-Kit“. Darin befindet sich ein Dokument, was bei der Ausführung alles beachtet werden muss sowie Desinfektionsmittel, ein Heft für die eigene Buchhaltung, Handschuhe, ein Couvert mit einem Startkapital von 200 CHF, Einzahlungsscheine und Beipackzettel mit Informationen für die „KundInnen“. Um das Projekt möglichst einfach steuern zu können, beschränkten wir uns bei den Einkäufen auf den Coop. Das Projekt kann nach Möglichkeiten beliebig ergänzt werden, zum Beispiel auch mit Lieferungen aus der Apotheke. Um das Angebot zu bewerben, wurde ein Flyer mit den wichtigsten Infos erstellt. Dieser wurde von den Jugendlichen in die Briefkästen der Bewohnenden von Dornach verteilt. Die Jugendlichen wurden im Vorfeld auch mündlich gebrieft, was es rund um Covid-19 zu beachten gibt.
Die Autonome Nutzung ist ein Projekt des Mitwirkungstages vom Jahr 2018. Um das Jugendhaus autonome zu nutzen, müssen Jugendliche ab 14 Jahren einen Knigge-Kurs mit den Fachpersonen der offenen Kinder- und Jugendarbeit besuchen, in dem sie die Regeln des Jugendhauses, die Regeln der autonomen Nutzung, die Räumlichkeiten sowie das Verhalten im Notfall lernen. Danach können die Jugendlichen unter einigen Auflagen und mit Absprache der Fachpersonen das Jugendhaus selbstständig nutzen.
Bemerkungen:
Die autonome Nutzung wurde während der Zeit nicht oft genutzt. Die Begründung auf Anfrage war, dass die Fachpersonen ja nicht da seien und dann etwas fehlen würde.
Der Newsletter der Gesundheitsförderung zeigt auf, dass der Erhalt der Gesundheit speziell in diesen herausfordernden Zeiten ein wichtiges Thema ist.
Der Mensch ist ein Stadtwesen geworden. Drei von vier Kindern werden bis 2050 in städtischer Umgebung aufwachsen. Dieses Gefangensein im Beton belastet unsere Gesundheit: Stress und Depression nehmen zu. Das Immunsystem wird geschwächt. Darum wendet sich die Wissenschaft zunehmend der Natur zu.
Wie kann die Natur unserer Gesundheit Gutes tun? Die Sendung Puls von SRF geht auf diese Frage ein. Der Neuropädiater Markus Weissert nimmt in dieser Sendung Stellung. Herr Weissert ist auch der Dozent von der kommenden OKJA-BL Weiterbildung “Freiräume für die kindliche Entwicklung”.
Am Donnerstag 5. November 2020 findet für Fachpersonen der OKJA-BL eine Fachtagung zum Thema “Mehr Freiräume für die kindliche Entwicklung” statt.
Abgesagt: Do. 5.11.2020 um 09:30 Kaffee & Gipfeli 10:00 bis 12:00 Referat & Austausch
Kita, Schule, Musikunterricht, Fussballtraining. Die Tage unserer Kinder sind immer stärker durchgetaktet. Da bleibt wenig Zeit, um unbeschwert, frei und vor allem unüberwacht von den Eltern zu spielen. Eine höchst bedenkliche Entwicklung, findet die Erziehungswissenschaftlerin Margrit Stamm.
Corona bedingt hat die GV 2020 nicht physisch, sondern per Online-Befragung stattgefunden. Es wurden 36 von 49 Stimmen abgegeben. Alle Anträge wurden einstimmig genehmigt.
Der Vorstand hat an seiner Sitzung vom 29.5.2020 das Jugendcafi Paradiso als neues OKJA-BL Mitglied aufgenommen. Das Jugendcafi Paradiso hat eine Leistungsvereinbarung mit der Gemeinde Reinach und bietet Offene Jugendarbeit in Reinach an.